10-Euro-Dumpinglöhne auf IKEA-Baustelle

13.06.2007


Die Unia Waadt hat gestern auf der IKEA-Baustelle in Aubonne (VD) einen gravierenden Fall von Lohndumping aufgedeckt. Angesichts solcher Missbräuche ist die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages auf dem Bau (LMV) durch den Schweizerischen Baumeisterverband besonders verantwortungslos.


In der Schweiz ansässige Arbeitnehmer und Kollegen aus Deutschland haben am Dienstag gemeinsam mit der Gewerkschaft Unia auf der IKEA-Baustelle von Aubonne einen krassen Fall von Lohndumping publik gemacht. Die Gewerkschaft deckte auf, dass die vor allem aus Leipzig stammenden entsandten Arbeitnehmenden nur 10 Euro pro Stunde erhalten. Das ist nur die Hälfte des im Gesamtarbeitsvertrag garantierten Mindestlohnes. Ausserdem werden ihnen der 13. Monatslohn und eine Wegentschädigung vorenthalten. Die Dumpinglöhne werden von einer von der deutschen Subunternehmung SMT bezahlt. Die Firma SMT arbeitet im Auftrag eines Freiburger Unternehmens (Element SA), welches von einem Ingenieurbüro in Crissier für die Betonarbeiten ausgewählt wurde. Entgegen den Informationen auf der Tafel am Eingang der Baustelle hat Ikea der Firma Implenia die Projektleitung letzten Herbst entzogen. Auch wenn die Verträge mit den mandatierten Firmen vermutlich vorsehen, dass diese die Einhaltung des Landesmantelvertrages für das Bauhauptgewerbe (LMV) garantieren, können sich IKEA und die beauftragten Ingenieure nicht ihrer sozialen Verantwortung entziehen.
 
 
Die Haltung des SBV untergräbt die flankierenden Massnahmen zum Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU. Wenn die Löhne und Arbeitsbedingungen nicht mehr kontrolliert werden können, werden Lohn- und Sozialdumping zur Regel. Dies schafft Unsicherheit für die Arbeitnehmenden weit über das direkt betroffene Bauhauptgewerbe hinaus.
 
Weitere Auskünfte:
Aldo Ferrari, Regiosekretär Waadt

By: Kommunikation Unia
 
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